Luke Mockridge gibt vor 3.000 Fans in der Big Box in Kempten den lustigen und netten Kerl von nebenan

Otto Waalkes hatte es einfacher. Zu seinen Anfängen gab es für deutsche Komiker nicht viel Konkurrenz. Bei der Fülle an Comedians muss man sich heute genau überlegen, wie man beim Publikum landen kann.

Ein Alleinstellungsmerkmal muss her, eine Nische, eine Zielgruppe. Luke Mockridge hat sich auf die Kinder der 90er Jahre eingeschossen und beleuchtet die Befindlichkeiten der Generation Y. Wie die meisten seiner Auftritte war auch das Gastspiel in der Big Box Allgäu in Kempten seit langem ausverkauft.

Luke Mockridge ist der lustige junge Kerl, den jeder sofort mögen muss. Authentizität sei ihm wichtig, erklärt er gern. Und meint damit die überspitzte, übertriebene Form für die Bühne. Wäre er dort vollkommen authentisch, würde vermutlich nicht so oft gelacht.

Die besten Momente gelingen Mockridge beim Nachstellen von erlebten Situationen. Vom verzweifelten Mädel und ihrer Freundin, die Störer abwimmeln muss. Oder wenn er sich selbst imitiert, wie er ehemals um Aufmerksamkeit kämpfend wie ein Verrückter durchs Haus hüpfte.

Mockridge macht auch an Gitarre und Piano eine gute Figur, und er ist ein passabler Sänger – besonders bei seinen Variationen von Kinderliedern wie „Hänschen klein“ in der Falco-Fassung und „Alle meine Entchen“ in dramatischem Moll für diejenigen, die eine schlechte Kindheit hatten.